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Nach einer am Montag veröffentlichten Studie der Filiale des Münchner Ifo-Instituts in Dresden arbeiteten Ende 2025 rund 496.000 Menschen weniger in deutschen Industrieunternehmen als zu Beginn des Jahres 2019. Das entspricht einem Minus von 7,1 Prozent. 60 Prozent des Stellenabbaus entfallen dabei auf drei Branchen: Autoindustrie und ihre Zulieferer (minus 123.500 Stellen oder 13 Prozent), Hersteller von Metallerzeugnissen (115.600 Stellen) und Maschinenbau (64.500).

Im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der öffentlichen Verwaltung entstanden zwar im gleichen Zeitraum 2,2 Millionen neue Stellen, Studienautor Joachim Ragnitz warnte aber: »Ausgerechnet die Branchen schrumpfen, die bisher unseren Wohlstand getragen haben.« Die neuen Jobs entstünden meist nicht dort, wo Deutschland besonders produktiv und innovativ sei: »Das kann unser Wachstumspotenzial künftig bremsen.« Die »Dramatik der aktuellen ›Deindustrialisierung‹« werde deutlich, wenn man die Industriebeschäftigung nach den einzelnen Zweigen des Verarbeitenden Gewerbes betrachte. Da die Beschäftigten mit entsprechender Ausbildung häufig nur schwer in andere Tätigkeiten wechseln können, sei zudem »Arbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Arbeitskräftemangel« nicht ausgeschlossen. Ragnitz wies außerdem darauf hin, dass nur in Westdeutschland neue Arbeitsplätze entstanden. In Ostdeutschland habe hingegen »die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seit 2023 leicht« abgenommen. Die Bundesagentur für Arbeit gab im August bekannt, dass allein 2025 177.000 Arbeitsplätze in der Industrie verlorengingen. Das Abbautempo hat sich demnach beschleunigt.

Zahlen über den Verlust von Industriearbeitsplätzen wurden seit Anfang 2026 immer wieder an die Medien gegeben, den Umfang von einer halben Million erreichten sie nicht. Mitte Februar meldete zum Beispiel das Beratungsunternehmen EY den Verlust von 266.000 Industriejobs seit 2019, Die Zeit bezifferte die Verluste am 25. Mai mit 341.500 Stellen. Offenbar klappt es auch mit den Statistiken nur noch mühsam.

Ragnitz, der von »verschärftem Strukturwandel« spricht, und andere Wirtschaftswissenschaftler mahnen vor allem Innovation an, um den Trend umzukehren. Eine Voraussetzung dafür wäre ein gut ausgestattetes Bildungssystem. Das lässt sich aber zusammen mit dem Regierungswahn »Wachstum durch Rüstung« nicht finanzieren.

Hinzu kommt: Nicht nur die Zahl der Industriejobs schrumpft, auch die Investitionen aus dem In- und Ausland sind rückläufig. Am Montag berichtet die FAZ: »Nach Einschätzung von Allianz Research sind die Gesamtinvestitionen in Deutschland von 2019 bis 2025 um mehr als sechs Prozent zurückgegangen.« Im Vergleich mit den USA klaffe in diesem Zeitraum eine Investitionslücke von 730 Milliarden Euro, im Vergleich mit der übrigen EU seien es 390 Milliarden Euro zu wenig. Laut Bundesbankstatistik habe sich dieser Trend in den ersten acht Monaten des Jahres fortgesetzt.

Die Bundesregierung setzt nun auf das große Geld und lud für Montag und Dienstag rund 200 deutsche und internationale Vorstandschefs von Banken, Fonds und Konzernen zu einem Investitionsgipfel nach Berlin ein. Als »Stargast« wurde der Chef des US-Chipherstellers Nvidia, Jensen Huang, angekündigt. Der äußerte am Mittwoch in London zu Deutschland: »Nichts schmerzt mich mehr, als zu sehen, dass eines der technologisch fortschrittlichsten Länder so weit abgehängt wird.« Daran wird sich mit dieser Regierung nichts ändern.

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