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Das Kriegsgeschehen in der Ukraine verlagert sich offenbar in wachsendem Maße auf das Hinterland der beiden Parteien. Die Ukraine meldete am Wochenende erfolgreiche Angriffe auf insgesamt 21 Schiffe im Asowschen Meer nordöstlich der Krim. Russland räumte den Verlust von vier Schiffen ein. Ein ukrainischer Sprecher sagte, Ziel der Drohnenkampagne sei es, den Treibstoffnachschub für die russische Armee im Südabschnitt der Front zu unterbinden. Ukrainische Drohnen trafen auch erneut eine Raffinerie im russischen Sysran an der Wolga. Russland griff seinerseits am Wochenende Ziele in Kiew und im Hafen von Odessa an. Dabei soll ein im Hafen liegendes Frachtschiff beschädigt worden sein. Bei einem russischen Drohnen- und Gleitbombenangriff auf eine Bushaltestelle bei Sumi im Norden der Ukraine wurden am Sonntag nach ukrainischen Angaben fünf Menschen getötet.

Der Kiewer Bürgermeister Witalij Klitschko bezeichnete die russischen Raketenangriffe der letzten Tage auf Kiew als die schlimmsten seit Kriegsbeginn. Die Ukraine habe derzeit keine Mittel, die schnell fliegenden »Iskander«-Raketen abzuschießen. Präsident Wolodimir Selenskij drängte in seiner Videoansprache vom Sonnabend darauf, dass Zusagen über Waffenlieferungen an die Ukraine schneller und zuverlässiger erfüllt würden. Das gelte auch für die Zusage von US-Präsident Donald Trump vom letzten NATO-Gipfel, der Ukraine eine Lizenz zum Nachbau von »Patriot«-Raketen zu erteilen. Nach Informationen US-amerikanischer Medien aus der letzten Woche dauert die Produktion einer einzigen »Patriot«-Rakete bis zu sechs Monate; dazu trage der Umstand bei, dass in dem System etwa 400 Komponenten verbaut würden, die aus Betrieben in den ganzen USA (»in praktisch jedem Wahlkreis«, wie es die Washington Post formulierte) zugeliefert und in jedem Einzelfall auf ihre Verwendbarkeit getestet werden müssten. Eine Lizenz zum Nachbau der Raketen müsste im übrigen von den Herstellerfirmen Raytheon und Lockheed-Martin erteilt werden; die US-Regierung ist lediglich für die Exporterlaubnis zuständig.

Selenskij kündigte auch Konsequenzen für die Manager des staatlichen Rüstungskonzerns Ukroboronprom an, die Waffen inmitten eines Wohngebiets am Stadtrand von Kiew hatten lagern lassen. Bei einem Angriff russischer Raketen auf das getarnte Lager für Raketen und Treibstoffe in der Kleinstadt Wischnewe waren in der letzten Woche mindestens neun Bewohner getötet worden; die Folgeexplosionen der Einschläge dauerten Stunden. Im Unterschied zu den zunehmenden Angriffen auf Ziele im Hinterland bewegt sich die Front in den letzten Tagen kaum.

In der ukrainischen Etappe mehren sich derweil die Fälle von Willkür und Disziplinlosigkeit von ukrainischen Soldaten. Der jüngste Fall betraf einen Brigadekommandeur; der Offizier hatte einer Gruppe seiner Soldaten aufgetragen, zwei Zivilisten zu entführen – was auch mit Todesfolge geschah –, die »seiner Frau zu nahe getreten« seien. Der verantwortliche Kommandeur verschwand inzwischen von der Bildfläche.

Wenig Neues kommt unterdessen über die Ermordung der mutmaßlichen Attentäterin auf einen exilierten ukrainischen Millionär in Monaco an den Tag. Die beiden beteiligten ukrainischen Geheimdienstler beschuldigten sich gegenseitig, die tödlichen Schüsse abgegeben zu haben, und beriefen sich darauf, dass sie im Auftrag ihrer Vorgesetzten und im weiteren Sinne der politischen Führung tätig gewesen seien. Einer der beiden Verdächtigen, ein aktiver Offizier des Militärgeheimdienstes HUR, arbeitet offenbar mit der Staatsanwaltschaft zusammen und erhofft sich im Gegenzug eine Begnadigung zur »Frontbewährung«.

 Deutschland wird für die Ukraine Raketen-Drohnen vom Typ "Bars" herstellen. 

Am Rande des NATO-Gipfels in Ankara haben Deutschland und die Ukraine eine Vereinbarung zur Produktion der ukrainischen Bars-Strahldrohne in Deutschland unterzeichnet. Das teilte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha mit.Im Rahmen der Initiative „Build with Ukraine“ wird Deutschland die erste Produktionsphase finanzieren. Sämtliche gefertigten Drohnen sollen anschließend an die ukrainischen Streitkräfte geliefert werden.Die Bars ist eine ukrainische Jet-Kampfdrohne mit einer geschätzten Reichweite von 700 bis 800 Kilometern. Sie wird von einer privaten ukrainischen Firma entwickelt, startet von bodengestützten Abschussrampen und wurde bereits bei Angriffen auf militärische Ziele in Russland, darunter auch im Raum Moskau, eingesetzt.Mit dem Abkommen verlagert die Ukraine erstmals die Serienproduktion dieses Drohnentyps nach Deutschland und baut damit ihre Rüstungskooperation mit Berlin weiter aus. 

Auf dem Rande des NATO-Gipfels unterzeichneten die Ukraine und Deutschland offiziell eine Implementierungsvereinbarung zur gemeinsamen Produktion. Der ukrainische Außenminister Andriy Sybiha und der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius unterzeichneten das Dokument im Rahmen der Initiative "Build with Ukraine".Im ersten Phase des Projekts wird die gesamte Produktion der Drohnen vollständig von der deutschen Seite übernommen. Alle Produkte, die im Rahmen dieser Startphase hergestellt werden, werden direkt an die ukrainischen Streitkräfte/den Geheimdienst übergeben.Als Produktionsstandort wird von deutscher Seite der Verteidigungskonzern Diehl Defence in Betracht gezogen, der zuvor großes Interesse an der Ausweitung der Produktion ukrainischer Langstreckenwaffensysteme gezeigt hatte.Die Reichweite der Raketen-Drohne "Bars" beträgt zwischen 700 und       1000 km. Sie wurden unter anderem bei Angriffen auf Moskau und die Region im Juni eingesetzt

 

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