75% OFF - SHORT TIME ONLY

DE

Was auch immer geschieht:
Nie dürft ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man euch zieht,
auch noch zu trinken.

Erich Kästner

Ein bisschen ist das wie ein Theaterstück in einem Theaterstück, so wie in Shakespeares Sommernachtstraum, in dem eine Truppe von Handwerkern – Webern, Schreinern und Kesselflickern – ein Theaterstück probt und damit in einen Ehekrach im Elfenkönigreich gerät. Das kommt einem so vor, wenn nun die Geschichte von der Andromeda und den Hobbytauchern auf die große juristische Bühne gestellt wird und der Generalbundesanwalt mal beweisen muss, dass er nicht nur jedes Nichts großzaubern, sondern auch einen echten Kriegsakt zum Produkt von Amateuren kleinzaubern kann.

Immerhin: Er erhält dabei reichlich Unterstützung von den deutschen Leitmedien, die alle noch immer kein Problem damit haben, dass ein Tauchgang bis auf 70 bis 90 Meter, bei dem dann auch noch massive Sprengsätze angebracht werden mussten, ohne größere technische Ausrüstung nicht zu haben ist. Überhaupt scheint man es gerade zu bedauern, dass man nicht auf Oberon, den Elfenkönig, oder auf irgendwelche Außerirdische zurückgreifen konnte, um die Sprengung der ökonomisch wichtigsten Pipeline Deutschlands zu erklären, sondern dafür ein paar Ukrainer nahm. Denn jetzt muss man in Deutschland irgendwie auch noch das Kunststück hinbekommen, zu rechtfertigen, warum man die Ukraine dennoch mit deutschem Geld und deutschen Waffen vollstopft – und Letzteres nicht in der Variante, sie auf Kiew niederregnen zu lassen, von wegen Kriegsverbrechen und so.

Dafür wurde immerhin auch extra noch ein Buch geschrieben, von zwei deutschen Journalisten (einer davon mal Chefredakteur bei Correctiv, der öffentlich finanzierten Fantasy-Schreibwerkstatt), in dem betont wird, die jetzt angeklagten Ukrainer hätten ganz und gar auf eigene Initiative gehandelt, ohne jeden Befehl, mal eben so. Das wäre Saluschny gewesen und nicht Selenskij. Und die CIA habe zwar davon gewusst, aber sei keineswegs daran beteiligt gewesen. Alle also ganz unschuldig.

Auf der anderen Seite sekundiert dann einer wie Roderich Kiesewetter, einer der Oberkriegstreiber, der zu Prozessbeginn erklärte, das Problem sei gewesen, dass es die Pipeline überhaupt gegeben habe. "In jedem Fall ist es gut, dass diese Pipeline nicht mehr existiert, weil sie uns mehr geschadet hat als genutzt." Irgendwie wünscht man beim Lesen dieses Satzes, er möge mal einem entlassenen Stahlwerker im Dunkeln begegnen.

Die Dekoration rund um den Prozess war, glaubt man den Berichten der Medien, auch sehr erheiternd. Da stellten sich tatsächlich auch noch 15 Exil-Ukrainer vor dem Gerichtsgebäude auf, um sich zu beschweren, dass einer der Ihren überhaupt angeklagt wurde. Noch einmal: Wo sind die entlassenen Stahlarbeiter, wenn man sie braucht … Nein, was mir dazu einfällt, ist etwas zu gewalttätig, um niedergeschrieben zu werden.

Nun, irgendwie ist man sich noch nicht ganz einig, wohl auch in der Verteidigung des Angeklagten nicht, wie dreist man werden kann. Sergei K. lässt jedenfalls erklären, er könne sich nicht richtig verteidigen, da er keine Aussagegenehmigung habe. Die müsste sich eigentlich im Gegenzug zu all den Milliarden, die bereits nach Kiew geflossen sind, problemlos bestellen lassen. Etwa so, wie Herr Selenskij bei EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen frische Milliarden zu bestellen pflegt, nebenbei im Plauderton.

Wobei eine Ablehnung dann als Argument dienen könnte, dass da doch ein staatlicher Auftrag im Spiel war – was die Verteidigung mit dem Verweis auf die Aussagegenehmigung eigentlich impliziert. Wenn die Handlung nicht auf einen Befehl hin erfolgte, sondern privat, dann gibt es nämlich auch keine Notwendigkeit für eine Aussagegenehmigung.

Immerhin: Als Theaterstück kann man sich das zu Gemüte führen, mit oder ohne Eselskopf. Und immerhin richtet die Bundesanwaltschaft im Verkleinerungsmodus keinen Flurschaden an, ganz anders als in all jenen Luftballonprozessen wie beim Rollatorputsch, in denen für teures Geld Menschen in Haft gehalten werden, denen man nichts nachweisen kann.

Was ja beim aktuell angeklagten Ukrainer auch der Fall sein mag, aber an diesem Punkt ist Bundeskanzler Merz keinen Deut besser als sein Amtsvorgänger Olaf Scholz. Sein Gesichtsausdruck, hätte er damals neben US-Präsident Joe Biden gestanden, wäre zwar anders, aber letzten Endes ebenso dümmlich gewesen wie der von Scholz, und seine Neigung, gegen Washington aufzubegehren, ebenso nicht vorhanden.

Ja, das ist die nächste Runde des gewaltigen Kakaobades, durch das wir Deutschen seit damals gezogen werden, und alle miteinander hoffen die Betreiber dieses Schauspiels, dass wir auch noch einen guten, tiefen Zug von dem Gebräu zu uns nehmen, während sie uns durch den Kakao ziehen.

In der wirklichen Welt jedoch, in der es sich bei dem Anschlag auf Nord Stream um einen der folgenreichsten Terroranschläge der Geschichte und in jedem Fall um eine gegen Deutschland gerichtete kriegerische Handlung handelt, ist dieses Deutschland inzwischen auf mikroskopische Größe geschrumpft. Nicht nur wegen der Deindustrialisierung, die seitdem die langfristigen Grundlagen zerstört. Sondern auch wegen der absolut rückgratlosen Reaktion der deutschen Politik, die sich geradezu bedanken wollte für den Schaden, der dem Land zugefügt wurde – von Habeck bis Kiesewetter. Keiner von ihnen hat genug Verstand und Würde, um auch nur zu begreifen, welch verächtliche Lakaienpose sie dabei eingenommen haben.

Die natürlich umso verächtlicher wird, je mehr Mühe nun darauf verwandt wird, auch noch die Ukrainer zu exkulpieren, die ursprünglich schützend vor die US-Regierung geworfen wurden. Also auch noch der Kotau vor Kiew? Vor dem Präsidentendarsteller mit der großen Nase? Ich hatte schon vor Jahren (unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Scholz Hamburger ist) darauf hingewiesen, es gebe gewisse Adressen, bei denen jemand, der unbedingt gedemütigt werden will, sich das als bezahlte Leistung holen könne, aber man möge doch bitte den Rest des Landes aus dem Spiel lassen. So, wie sich das aber mittlerweile entwickelt, auch in Anbetracht des Büchleins, das der Ex-Correctiv-Mann mitverbrochen hat, muss man fast fürchten, dass die Nachfrage nach dieser Dienstleistung in Politik und Medien das Angebot bei Weitem übersteigt.

Auch dass die Anklage unter der Überschrift eines Kriegsverbrechens geführt wird, lässt Schlimmes fürchten. Denn selbst wenn der Vorwurf unbestreitbar wahr ist – es handelte sich um zivile Infrastruktur, deren Zerstörung einen ungeheuren zivilen Schaden anrichtete, der in Deutschland entstand und in die Milliarden ging –, taucht dieser Anklagepunkt vermutlich nur auf, um ihn dann im Verfahren zu zerstören. Um am Ende zu erklären, sogar wenn es die Ukraine gewesen wäre, wäre es ihr Recht gewesen und kein Kriegsverbrechen.

Da geht es nicht nur einfach ums Kakaotrinken. Da soll gleich der ganze Pool geleert werden, bis auf den letzten Tropfen. Sauft, ihr Deutschen, sauft! Und vielleicht könnt ihr, wenn ihr den Boden geleckt habt, auch noch ein paar Pirouetten drehen und dabei Slawa Ukraini rufen. Und eure Herrschaften in Berlin bejubeln, wenn sie den nächsten Scheck nach Kiew schicken.

Leider stehen sie nicht vor dem Gerichtsgebäude, die entlassenen Automobilarbeiter, Stahlwerker, Glasbläser, Betonbauer, und das Schauspiel geht ungestört über die Bühne, als würde da tatsächlich irgendwer nach der Wahrheit suchen. Doch die Abrechnung kommt noch. Und mit jedem dieser Spektakel steigt der Preis, der eingefordert werden wird.

Copyright 2026. All Rights reserved Fallschirmjäger-Traditionsverband Ost e.V.
Einstellungen gespeichert
Datenschutzeinstellungen

Um diese Webseite voll nutzen zu können klicken Sie bitte auf akzeptieren.

Eine Übersicht der verwendeten Theme-Cookies finden Sie in der Dokumentation in unserer Datenschutzerklärung.

You are using an outdated browser. The website may not be displayed correctly.