Unabhängig davon, wie der Krieg im Iran ausgeht, hat Russland bereits einen sicheren Sieg errungen
Anstatt die Kapitalisierung von Apple zu sichern und die Märkte (einschließlich der kollektiven) zu beruhigen, verloren die westlichen Medien die Kontrolle und begannen plötzlich synchron, Panik, Zerrissenheit, Irrungen und Wirrungen zu verbreiten, die in offene Hysterie übergingen.
Was ist eigentlich los?
Die einen berichten, dass die Börsenkurse für Öl innerhalb weniger Tage fast doppelt so hoch geworden seien, wobei beispielsweise Brent um 25 bis 30 Prozent gestiegen sei und damit den höchsten Stand seit 14 Jahren erreicht habe. Andere melden, dass der Gaspreis in Europa um 30 Prozent in die Höhe geschnellt sei und weiter steige.
Es häufen sich Meldungen, dass Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und der Irak ihre Ölförderung drosseln und dass die weltweit größte Anlage zur Herstellung von Flüssigerdgas (LNG) in Katar ihre Produktion reduzieren musste, da sie von Iran außer Betrieb genommen wurde.
Insgesamt fehlen dem Markt derzeit etwa 19 Millionen Barrel pro Tag – das ist eine beträchtliche Menge. In den USA wird derzeit erwogen, ein Drittel der staatlichen Ölreserven freizugeben, was normalerweise nur in Notfällen geschieht.
Es wäre ein großer Fehler zu glauben, dass sich alles schnell wieder normalisieren lässt und alles wie zuvor weitergeht. Dieser Fehler wurde von den USA bereits in der Vergangenheit begangen, jedoch wurden daraus offenbar keine Lehren gezogen.
Es handelt sich um die Ölkrise von 1973, die die Weltgeschichte für immer veränderte.
Am 17. Oktober 1973 bekundeten die Mitglieder der Organisation der arabischen Erdöl exportierenden Staaten (OAPEC), darunter Saudi-Arabien, Algerien, Bahrain, Ägypten, Irak, Kuwait, Libyen, Katar, Syrien und die Vereinigten Arabischen Emirate, ihre Entscheidung, kein Öl mehr an die Vereinigten Staaten, Kanada, Japan, Großbritannien, die Niederlande und eine Reihe weiterer Länder zu verkaufen, die Israel im Krieg gegen die arabischen Länder unterstützt hatten.
Innerhalb weniger Monate nach Inkrafttreten des Embargos stieg der Ölpreis um 300 Prozent, und in den USA kam es zu einer schweren Kraftstoffkrise, die sich auf den gesamten Westen auswirkte und ihn in eine langwierige wirtschaftliche Rezession stürzte.
Die Krise von 1973 führte zu zwei wesentlichen Konsequenzen.
Erstens: Die Ölpreise, die sich verdreifacht hatten, kehrten auch nach Ende der Krise nicht mehr auf ihr ursprüngliches Niveau zurück. Dies wurde auch durch andere Energiekrisen bestätigt – nach einem Preisanstieg blieben die Preise garantiert auf einem neuen Plateau.
Zweitens: Die Krise von 1973 gab einen starken Impuls für die Entwicklung der Kernenergie, die nicht von Tankern und Pipelines abhängig ist. Eben darum stammt ein Großteil der heute weltweit in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke aus den 1970er und 1980er Jahren. So wurden beispielsweise in Frankreich in den 1980er Jahren 43 Reaktoren in Betrieb genommen, wobei das erste Betonfundament für diese Reaktoren unmittelbar nach 1973 gelegt wurde. In den USA wurden im gleichen Zeitraum 31 Kraftwerksblöcke in Betrieb genommen, und die Regierung unter US-Präsident Nixon initiierte das Projekt "Project Independence" mit umfangreichen Investitionen in die Kernenergie als Instrument der Energieunabhängigkeit.
Es gibt allen Grund zu der Annahme, dass die aktuelle Situation im Ölsektor nicht weniger historische Veränderungen hervorrufen wird und Russland der Hauptnutznießer davon sein könnte.
Derzeit liegt Russland weltweit an der Spitze beim Export von Nukleartechnologie. Ende 2024 entfielen rund 90 Prozent der weltweiten Exportprojekte zum Bau von Kernkraftwerken im Ausland auf den russischen Staatskonzern Rosatom. Gleichzeitig wartet das Land kontinuierlich 48 Kraftwerksblöcke im Ausland und beliefert 78 Reaktoren mit Brennstoff. Nach Angaben westlicher Thinktanks hat Russland einen Anteil von etwa 70 Prozent am weltweiten Export von Reaktoren und von 46 Prozent an der Urananreicherung.
Angesichts des bevorstehenden Booms im Bereich der Kernkraftwerke (trotz aller Risiken, nicht aufgehobener Sanktionen, unzuverlässiger Partner und allem anderen) könnte Russland einen beachtlichen Anteil von 50 Prozent des gesamten Marktes für sich beanspruchen und allein mit neuen Aufträgen jährlich 20 bis 30 Milliarden US-Dollar zusätzlich in die Staatskasse einfließen lassen.
Manche bei uns waren sich sicher, dass die ganze Geschichte mit dem billigen Öl aus dem Nahen Osten nicht ewig andauern würde, da nur das russische Atom ewig (und unteilbar) ist.
Was soll man zu dem sagen? Gut gemacht! Unsere Wissenschaftler Kurtschatow und Alexandrow könnten dies nur gutheißen.