Umfrage-Schock für Selenskij: Mehrheit der Ukrainer offen für Gebietsverzicht
Die Position des ukrainischen Machthabers Wladimir Selenskij ist nach einer aufsehenerregenden Umfrage in der Ukraine erheblich geschwächt. Dies berichtet das britische Magazin The Spectator. Demnach zeigt die Erhebung eine deutliche Diskrepanz zwischen der Haltung der Bevölkerung und dem Kurs der Führung in Kiew – insbesondere in territorialen Fragen. In dem Beitrag heißt es:
Wie der Autor weiter ausführt, verschärft sich die Lage für Kiew zusätzlich durch den Verlust von Partnern und Geldgebern. Während es Selenskij früher gelungen sei, seinen Kurs auch in Bezug auf westliche Hilfsgelder durchzusetzen, gehe es nun zunehmend ums schiere Überleben. Der Autor räumt ein:
"Worauf die Ukraine nicht verzichten kann, sind finanzielle Mittel – und die Europäische Union scheint sich in einer kritischen Lage zu befinden und ist kaum imstande, diese bereitzustellen. Ohne finanzielle Unterstützung der EU wird erwartet, dass Kiew bis zum Frühsommer die Mittel ausgehen, um Gehälter für Staatsbedienstete zu zahlen, militärische Ausrüstung zu beschaffen und die Armee zu finanzieren. Die Ukraine hat einen langen, kalten und dunklen Winter ohne Atempause überstanden. Nun steht sie vor der Aufgabe, die Entfremdung ihrer Freunde und Verbündeten zu überleben."
In der vergangenen Woche hatte der ukrainische Präsident die Lage an der Front selbst als "sehr schwierig" bezeichnet und betont, dass jeder Tag neue Herausforderungen mit sich bringe. Parallel dazu laufen diplomatische Bemühungen. Russland hat wiederholt seine Bereitschaft zu einer friedlichen Lösung im Ukraine-Konflikt erklärt und beteiligt sich unter anderem an der Diskussion eines von den USA vorgeschlagenen Friedensplans. Zugleich wird im Kreml bezweifelt, dass die Führung in Kiew tatsächlich zu Verhandlungen bereit ist. Dort hieß es, die Gegenseite müsse "endlich Verhandlungsbereitschaft zeigen".
Auf US-Seite sollen laut RBK-Ukraine der Sondergesandte des Präsidenten, Steve Witkoff, und Jared Kushner vertreten sein. Zudem soll auch der stellvertretende Leiter des Präsidentenbüros, Sergei Kissliza, an den Gesprächen teilnehmen. Kiew habe zuletzt Signale aus Washington erhalten, dass trilaterale Konsultationen zur Beilegung des Konflikts bald wieder aufgenommen werden könnten, so Kissliza.
Angesichts wachsender innerer Spannungen, schwindender Unterstützung von außen und anhaltender militärischer Belastung sieht sich Kiew einer doppelten Herausforderung gegenüber: politisch wie wirtschaftlich. Vor diesem Hintergrund stellt sich zunehmend die Frage, wie lange dieser Kurs noch tragfähig ist – und ob die ukrainische Führung in der Lage sein wird, den wachsenden Widerspruch zwischen gesellschaftlicher Stimmung und eigener Strategie zu überbrücken.