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Ukraine-Verhandlungen: Kiew erwägt direkte Gespräche mit Putin in Moskau

2026-02-11 17:43
von Thomas

Nach Informationen der ukrainischen Medien wird unter den "extravaganten" Optionen zur Beschleunigung des Verhandlungsprozesses überlegt, dass eine ukrainische Delegation direkt nach Moskau reist, um persönlich mit Russlands Präsident Wladimir Putin zu verhandeln.

Hintergrund ist, dass der aktuelle Verhandlungsstab der russischen Seite zwar konstruktiver als der vorherige sei, jedoch keinerlei Einfluss in Russland habe und nicht befugt sei, entsprechende Entscheidungen zu treffen. Aus diesem Grund stehen die Gespräche faktisch "auf der Stelle".

In den letzten Verhandlungen fiel daher die Aussage, dass es keinen Sinn habe, endlos in die Vereinigten Arabischen Emirate oder in die USA zu reisen, sondern man dorthin gehen müsse, "wo tatsächlich entschieden wird, wie es weitergeht".

US-Berater Steve Witkoff und Jared Kushner sollen als "Sicherheitsgaranten" auftreten. Ihr Flugzeug soll zunächst nach Warschau fliegen, um die ukrainischen Verhandler aufzunehmen, und anschließend nach "Wnukowo" weiterfliegen, wo beide Delegationen direkte Gespräche mit Präsident Putin führen würden.

Unklar bleibt jedoch die Teilnahme von Kirill Budanow, dem ukrainischen Geheimdienstchef, gegen den Russland im Jahr 2023 einen Haftbefehl erlassen hat.

USA stoppten 99 Prozent ihrer Ukraine-Hilfen

Europa hat im vergangenen Jahr den Einbruch der US-Hilfe weitgehend auffangen müssen. Das zeigen aktuelle Zahlen des "Ukraine Support Trackers", die vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Mittwoch veröffentlicht wurden. 

Demnach fiel die Unterstützung der USA 2025 im Vergleich zu 2024 um rund 99 Prozent (98,96 Prozent; von 46,39 Mrd. Euro auf 0,48 Mrd. Euro). 

Die EU-Militärhilfen stiegen demgegenüber von 2024 bis 2025 um rund 67 Prozent auf fast 29 Mrd. Euro (28,48 Mrd. Euro) – nach etwas mehr als 17 Mrd. Euro (17,0976 Mrd. Euro) in den Jahren 2022 bis 2024.

Die größten europäischen Geber bei der Militärhilfe waren 2025:

  • Deutschland: 9,01 Milliarden Euro

  • Großbritannien: 5,44 Milliarden Euro

  • Schweden: 3,71 Milliarden Euro

  • Norwegen: 3,63 Milliarden Euro

  • Dänemark: 2,61 Milliarden Euro

    Lawrow: Europa ist aufgewacht und sendet Signale an Russland

    Europa sei "aufgewacht" und beginne, Signale für einen Dialog mit Moskau zu senden, erklärte Russlands Außenminister Sergei Lawrow bei der Fragestunde in der Staatsduma:

    "Europa ist aufgewacht und versucht, Signale zu senden. Darauf wies kürzlich auch Macron hin, ebenso wie der finnische Präsident Alexander Stubb, der ein bekennender Russophob ist."

    Kritisch äußerte sich Lawrow zu Stubbs Aussage: "'Wir werden irgendwann mit Russland sprechen, aber die Zeit ist noch nicht gekommen.' Was soll diese Aussage? Will er uns damit einen Gefallen tun?" Lawrow wertete dies als Zeichen von Selbstverliebtheit und als Versuch, sich als "starker Mann" vor Wählern und Kollegen zu inszenieren. Gleichzeitig betonte der Minister, Russland werde keine eigenen Initiativen gegenüber Europa starten, wolle aber eingehende Signale prüfen:

    "Von unserer Seite wird es keine Hinweise oder Initiativen geben. Wenn sie umdenken, können sie sich gern an uns wenden – wir werden diese Anfragen im Rahmen unserer Interessen prüfen."

 

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