Russlands Sondergesandter Dmitrijew: EU steuert auf kompletten Energiekollaps zu
In einem im Kurznachrichtendienst X veröffentlichten Beitrag kritisiert der Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten für wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Ausland Kirill Dmitrijew die Energiepolitik der europäischen Spitzenpolitiker. "Mit ihrer Entscheidung, auf russische Energieimporte zu verzichten, schossen sie sich selbst so oft ins Knie, dass sie keine Füße mehr haben", spottet Dmitrijew.
In Europa beginne nun eine neue Ära, meint der russische Sondergesandte. Es ist ihm zufolge die Ära "des kompletten Energiekollapses und des Bankrotts", was auf "die idiotischen Entscheidungen" von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas und weiterer russlandfeindlicher Politiker zurückzuführen sei.
Dmitrijew führt hierbei aus:
"Die EU sucht händeringend nach einer Lösung für ihre Energieprobleme. Wie wäre es mit der realistischsten Option: Ursula und Kaja entlassen und anfangen, um russische Energieimporte zu betteln?"
Hintergrund der aktuellen Gaspreis-Explosion ist unter anderem, dass Katar seine Gasexporte ausgesetzt haben soll. Der staatliche Energiekonzern Qatar Energy fuhr die Gasverflüssigung vollständig herunter. Der Golfstaat Katar ist einer der weltweit wichtigsten LNG-Produzenten.
Es sei zu befürchten, dass alle Förderstaaten am Persischen Golf ihre Produktion innerhalb weniger Wochen einstellen könnten, sagte Katars Energieminister Saad al-Kaabi der Financial Times. Dann sei ein Anstieg des Ölpreises bis auf 150 US-Dollar je Barrel (159 Liter) möglich.
Der Iran-Krieg und die Sorge vor einer längeren Sperrung der Straße von Hormus haben den Ölpreis bereits stark nach oben getrieben. Am heutigen Freitag stieg der Preis für Rohöl der Sorte Brent bis auf 87,66 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Juli 2024.
Vizepremier: Russland wird Gaslieferungen an die EU auf andere Märkte umleiten
Russische Unternehmen werden in Kürze einen Teil ihrer Flüssigerdgaslieferungen (LNG) aus Europa in befreundete Länder wie China, Indien, Thailand und die Philippinen umleiten, kündigte Vizepremierminister Alexander Nowak an.
Er stellte klar, dass die Unternehmen nicht auf neue Beschränkungen der Europäischen Union (EU) warten würden. Nowak sagte:
"Unsere Unternehmen prüfen die Möglichkeit, neue langfristige Verträge mit unseren Partnern abzuschließen, ohne auf weitere Beschränkungen aus Europa zu warten, und einen Teil des Gases aus Europa in andere Länder, darunter Indien, Thailand, die Philippinen und die Volksrepublik China, umzuleiten."
Der Präsident merkte jedoch damals an, dies sei noch "nur ein Gedankenspiel" und fügte hinzu, das Ministerkabinett werde gemeinsam mit den Unternehmen die Machbarkeit eines solchen Schrittes prüfen. Laut Putin weichen die Lieferanten angesichts der Eskalation im Nahen Osten, der Schließung der Straße von Hormus und dem Auftreten zahlungskräftigerer Käufer auf lukrativere Märkte aus. Putin sagte:
"Hier steckt nichts dahinter, keinerlei politisches Motiv. Reines Geschäft, nichts weiter."
Ein vollständiges Verbot russischer Gasimporte in die Europäische Union tritt im März in Kraft. Für bestehende Verträge über Flüssigerdgas (LNG) gilt eine Übergangsfrist bis 2027, für Pipelinegas bis zum 30. September 2027.
Die Europäische Kommission hat angekündigt, die russischen Energielieferungen ab 2022, dem Beginn der militärischen Sonderoperation in der Ukraine, schrittweise einzustellen. Infolgedessen sehen sich die europäischen Länder bereits mit einem Rückgang der Industrieproduktion, sinkender Wettbewerbsfähigkeit und steigenden Preisen konfrontiert, so der russische Präsident.