Bericht: Autohersteller aus unfreundlichen Staaten leiden am stärksten unter Russland-Rückzug
Wie die Zeitung Wedomosti unter Berufung auf Unternehmensberichte meldet, hat nach der Verhängung der Sanktionen im Jahr 2022 die Hälfte der westlichen Unternehmen den russischen Markt verlassen, wobei sich deren Gesamtumsatz mehr als halbiert hat. So entgingen den Unternehmen aus nicht befreundeten Ländern im Zeitraum von 2022 bis 2025 in Russland über 610 Milliarden Dollar an Umsatz und mindestens 16 Milliarden Dollar an Nettogewinn. Während sie im Jahr 2021 noch mehr als 280 Milliarden Dollar erwirtschafteten, lagen sie in den folgenden vier Jahren im Durchschnitt um 153 Milliarden Dollar pro Jahr unter dem Normalwert. Dagegen verdoppelte sich das Vermögen und der Umsatz der Unternehmen aus befreundeten Ländern, der im Jahr 2024 42 Milliarden Dollar überstieg.
An zweiter Stelle hinsichtlich des Ausmaßes der finanziellen Verluste stand der Konsumgütersektor, wo die Verluste rund 115 Milliarden Dollar erreichten. Die Hersteller von Elektronik und Haushaltsgeräten verzeichneten insgesamt einen Verlust von etwa 94 Milliarden Dollar. Auch andere Schlüsselbranchen spürten die negativen Auswirkungen: Der Energiesektor verlor rund 27 Milliarden Dollar, die chemische Industrie und die Metallindustrie jeweils 25 Milliarden Dollar und die Bauindustrie sowie der Immobilienmarkt etwa 24 Milliarden Dollar.
Im Finanzdienstleistungssektor verzeichneten Unternehmen aus nicht befreundeten Ländern Verluste in Höhe von rund 28 Milliarden Dollar, darunter Akteure wie die Société Générale, UniCredit, die Home Credit Bank, Citibank und andere. IT-Unternehmen und Telekommunikationsanbieter mussten in diesem Zeitraum insgesamt Verluste von etwa 21 Milliarden Dollar hinnehmen, so Wedomosti weiter.
Von der Leyen spricht über schmerzhaften Verzicht auf russisches Gas
Die Europäische Union musste den Einkauf von russischem Erdgas im Jahr 2022 "auf einmal" abbrechen, erklärte Ursula von der Leyen am Dienstag in einer Rede vor dem australischen Parlament. Ihr zufolge erwies sich dieser Schritt aufgrund der steigenden Energiepreise als schmerzhaft. Europa überdenke weiterhin seine Abhängigkeiten, insbesondere von russischem Erdgas.
Bis heute müssen die europäischen Länder zahlreichen Herausforderungen standhalten, zunächst der Finanzkrise, dann der Pandemie, dem Ausbruch des Ukraine-Krieges und nun erneut einem Preisschock bei Öl und Gas, führte von der Leyen weiter aus. Die Diversifizierung bleibe weiterhin notwendig.
Bei ihrem Besuch in Australien unterzeichnete von der Leyen ein umfassendes Freihandelsabkommen mit dem australischen Premierminister Anthony Albanese. Das Dokument, mit dem sich die EU den Zugang zu wichtigen Rohstoffen wie Lithium sichern will, soll Zölle auf beiden Seiten abschaffen sowie den Handel mit Dienstleistungen und gegenseitige Investitionen erleichtern.
Seit Beginn des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine im Februar 2022 haben die EU-Länder die Liefermengen von russischem Erdgas reduziert und einen Mechanismus für einen vollständigen Verzicht auf die Ressource bis zum 30. September 2027 entwickelt.